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Es ist ratsam, viel Geld zu sparen, um mit 50, 55 oder 60 in Rente zu gehen


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Wer vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen will, muss ordentlich Geld gespart haben. Doch wie viel sollte man dafür einplanen? Ein Überblick.

Berlin – In Deutschland können die meisten Menschen erst mit 67 Jahren ihre gesetzliche Rente erhalten. Vielen ist das zu spät – die meisten Deutschen geben an, dass sie einen früheren Ruhestand anstreben. Um das zu tun und weiterhin mit 67 eine abschlagsfreie Rente zu bekommen, muss man bis zur Regelaltersgrenze vom Ersparten leben. Es gibt unterschiedliche Formeln und Faustregeln, um zu berechnen, wie viel Geld man auf der hohen Kante haben sollte, um beruhigt in den Ruhestand zu gehen.

Faustformel: 10 bis 15 Prozent des Gehalts zurücklegen fürs Alter

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Egal, wann man in Rente geht: Man sollte sich nicht ganz auf die gesetzliche Rente verlassen. Im Schnitt bekommen Männer, die jetzt in Rente gehen, rund 1.200 Euro, Frauen bekommen weniger, im Schnitt unter 1000 Euro. Das reicht zum Leben alleine meistens nicht aus – es muss also sowieso privat vorgesorgt werden. Das sollte also für jede und jeden der erste Schritt sein: Berechnen, wie viel Geld man zusätzlich im Alter braucht.

Laut einer weit verbreiteten Faustformel sollte man für den Ruhestand jeden Monat 10 bis 15 Prozent seines Gehalts zurücklegen. Wer also 40 Jahre lang gearbeitet hat und im Jahr 50.000 Euro verdient hat, sollte über die Jahre Rücklagen in Höhe von mindestens 200.000 Euro gebildet haben, bestenfalls sogar 300.000 Euro. Das wäre zumindest der Idealzustand.

Wie weit man mit dem Geld kommt, hängt maßgeblich von der Lebenserwartung ab. Das sollte auch immer in die Berechnungen mit einfließen: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes liegt bei knapp 79 Jahren, Frauen leben im Schnitt bis 83,6 Jahren. Das kann also einen Anhaltspunkt dafür liefern, wie lange man Geld braucht. Wer mit 60 in Rente geht bei Rücklagen von 200.000 Euro, hat für die nächsten 20 Jahre rund 10.000 Euro pro Jahr zur Verfügung – viel weniger, als man zunächst vielleicht vermuten würde.

Frührentner genießen ihre frühe Rente

Früher in Rente gehen: So viel Geld braucht man © Emma Innocenti/Imago

Drei Beispiele zeigen: Persönliche Umstände sind entscheidend

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Um zu berechnen, ab wann man mit der Arbeit aufhören kann, zählen also drei Hauptfaktoren: Die erwartete Lebensdauer, die erwarteten monatlichen oder jährlichen Lebenshaltungskosten und der Renteneintritt. Diese drei Faktoren sind natürlich extrem individuell, weshalb wir hier nur Beispielrechnungen machen können. Hinzu kommen noch die persönlichen Umstände, wenn man beispielsweise weitere Einkünfte hat oder möglicherweise auf Pflege angewiesen ist. Die Pflege ist für viele Senioren und Seniorinnen ein Hauptgrund für ihre Armutsgefährdung – darüber sollte man sich also auch Gedanken machen.

Bei den Lebenshaltungskosten sollte man ungefähr das doppelte dessen, was man brauchen wird, angespart haben. Zumindest dann, wenn man nicht auf andere Einkünfte zählen kann. Zu bedenken ist aber auch, dass die meisten Senioren niedrigere Lebenshaltungskosten haben, als Arbeitnehmer.

Mit 50 in Rente gehen

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Maria Musterfrau will mit 50 Jahren mit dem Arbeiten aufhören. Sie lebt in einer abbezahlten Eigentumswohnung, muss also keine Miete bezahlen. Sie geht davon aus, dass sie im Monat mit 1500 Euro über die Runden kommt. Sie geht davon aus, dass sie ungefähr 90 Jahre alt wird, braucht also Rücklagen für 40 Jahre. Ihre Rente wird ungefähr 600 Euro im Monat betragen, die sie dann mit 67 Jahren bezieht. Für die 17 Jahre, die sie keine gesetzliche Rente bezieht, braucht sie Rücklagen von 306.000 Euro. Sobald sie ihre Rente bezieht, wird sie weniger auf ihr Erspartes zurückgreifen müssen und braucht dann nur noch 248.400 Euro, für den Rest ihres Lebens. Das sind also insgesamt 554.400 Euro, die Maria Musterfrau gespart haben muss, um mit 50 in Rente zu gehen. Um ganz sicherzugehen, könnte sie den Betrag verdoppeln, käme also auf 1,1 Millionen Euro. Allerdings wird das kaum jemand schaffen können.

Mit 55 in Rente gehen

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Max Mustermann plant, mit 55 Jahren den Job für immer zu kündigen. Auch bei ihm fallen keine Mietkosten an, da er ein Haus besitzt. Seine monatlichen Kosten belaufen sich auf rund 1200 Euro im Monat, schätzt er. Er geht aber nur von einer Lebensdauer von 85 Jahren aus. Bei seiner erwarteten gesetzlichen Rente von 900 Euro im Monat ab 67 Jahren muss er für die letzten 18 Jahre etwas weniger auf sein Sparbuch zurückgreifen. Bis zur gesetzlichen Rentenzahlung wird er also mindestens 172.800 Euro brauchen. Nachdem er anfängt, seine gesetzliche Rente zu beziehen, sollte er nur noch 64.800 Euro brauchen. Max Mustermann sollte also 237.600 Euro angespart haben, bevor er mit 55 in Rente geht. Idealerweise kann er den Betrag verdoppeln auf 475.200 Euro.

Mit 60 in Rente gehen

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Maja Muster will mit 60 in Rente gehen. Ihre Eigentumswohnung hat sie abbezahlt, sie lebt einen gehobenen Lebensstil, sodass sich ihre Lebenshaltungskosten auf ungefähr 2000 Euro im Monat belaufen. Ihre Rente wird ab 67 ausgezahlt, sie erwartet monatliche Zahlungen von 700 Euro. Sie muss für die ersten sieben Jahre im Ruhestand aber gänzlich auf ihr Erspartes zurückgreifen. Das sollte bei mindestens 168.000 Euro liegen. Sie geht davon aus, dass sie 90 Jahre alt wird und will daher für längere Zeit vorsorgen. Für die 23 Jahre, die ihr nach dem 67. Lebensjahr noch verbleiben, braucht sie also mindestens 358.800 Euro. Maja Muster sollte also mindestens 526.800 Euro gespart haben, bevor sie den Ruhestand antritt. Eine Verdopplung des Betrags würde sogar 1,05 Millionen Euro voraussetzen. Allerdings dürften auch das nur sehr wenige schaffen können.

Die oben genannten Beispiele sind nur das – Beispiele. Sie verdeutlichen aber eines: Wer frühzeitig in Rente gehen will, muss sich sehr rechtzeitig drum kümmern. Und sie zeigen auch, dass vieles davon abhängt, welchen Lebensstil man anstrebt. Wer weniger Geld ausgeben will und dennoch einen gehobenen Lebensstandard haben will, kann sich für den Ruhestand auch ins Ausland zurückziehen, wo die Lebenshaltungskosten oft niedriger sind.

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Author: Maria Buchanan

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Name: Maria Buchanan

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